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Modellsiedlung „Sperrlohe“, Niederstetten
Angemessen hohe Dichte im ländlichen Raum

Die meisten Ortsteile der Stadt Niederstetten liegen im Vorbachtal oder in dessen Seitentälern, wo wenig Bauflächen vorhanden sind. Der dicht bebaute historische Ortskern wurde in den vergangenen Jahrzehnten weitgehend saniert und verkehrsberuhigt. Da die Stadt im Regionalplan als Kleinzentrum mit verstärkter Siedlungsentwicklung ausgewiesen ist, entstand Bedarf zur Ausweisung eines neuen Baugebietes an den Hanglagen und Hochflächen oberhalb der Kernstadt. Vor diesem Hintergrund wurde im neu festgelegten Baugebiet „Sperrlohe IV“ auf einem Areal mit nahezu 8 ha eine umwelt- und kostenorientierte Bebauung mit Einfamilienhäusern umgesetzt. Vorgabe der Stadt war es, eine für den Ländlichen Raum angemessen hohe städtebauliche Dichte zu verwirklichen.

Die an einem Südwesthang, zwischen den landschaftstypischen Steinriegeln liegende Siedlung wird durch eine Stichstrasse erschlossen. Garagen und Stellplätze wurden zu Gemeinschaftsanlagen zusammengefasst. Die baugleichen Doppel- und Reihenhäuser sind in Gruppen um zwei hofartige Straßenaufweitungen angeordnet und erreichen eine angemessene Dichte. Durch die Gruppierung der Gebäude ist es gelungen, der Siedlung einen dorfähnlichen Charakter zu verleihen, die das Gemeinschaftsgefühl der Bewohner fördert und kommunikative Zonen entstehen lässt. Die gute Fußwegeanbindung an die Innenstadt trägt zum familien- und umweltfreundlichen Charakter der Modellsiedlung bei.

Es wurden insgesamt 24 kostengünstige Einfamilienwohnhäuser mit Ausbaureserve im Dach erstellt. Der Grundriss ist einfach und kommt ohne Vor- und Rücksprünge aus. Die unspektakuläre Gebäudegeometrie mit ruhigen Satteldächer orientiert sich an traditionellen fränkisch-hohenlohischen Bauformen. Obwohl alle Häuser baugleich sind, entsteht keine Monotonie: Die Gleichartigkeit der Häuser schafft vielmehr Identität und summiert sich zu einem beträchtlichen Einsparpotential bei den Baukosten, insbesondere bei den Bauneben- und Verwaltungskosten. Einfache und klare Formen stehen hier dem sonst üblichen Individualismus gegenüber, der häufig zu fragwürdiger Formenvielfalt führt.

Durch den Verzicht auf freistehende Einfamilienhäuser und den damit verbundenen kurzen Leitungswegen können alle Gebäude wirtschaftlich über ein kleines Nahwärmenetz mit Blockheizkrafterk versorgt werden. Betreiber der Anlage ist - dem Gemeinschaftsprinzip folgend - die Eigentümergemeinschaft des Wohnquartiers in Zusammenarbeit mit dem Bauträger. Aus der Entscheidung für eine gemeinsame Wärmeversorgung mit Kraft-Wärme-Kopplung resultieren wirtschaftliche und ökologische Vorteile: Schon nach zwei Jahren haben sich die Mehrkosten gegenüber einer Wärmeversorgung mit Einzelheizungen amortisiert.

 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 

Kontakt:
Stadt Niederstetten
E-mail: infoniederstetten.de
Internet: www.niederstetten.de