| "Rißegger
Steige" in Biberach a. d. Riß
Verdichtetes und ökologisches
Bauen
An der "Rißegger Steige"
in Biberach entsteht ein Neubaugebiet mit 156 Wohneinheiten
auf 5,8 ha Bruttobauland. Auf dem vorher baulich nicht
genutzen, städtischen Areal entwickelt die Stadt
Biberach kompakte Bebauung mit Geschosswohnungsbau, Reihenhäusern
und Einfamilienhäusern auf kleinen Grundstücken.
Das Baugebiet liegt in etwa 1,7 km Entfernung zur Innenstadt
auf einem Hochplateau zwischen zwei Ausfallstraßen.
Ein ÖPNV-Anschluss mit Verbindung in die Innenstadt
wurde eingerichtet. Durch sparsame innere Erschließung
und eine zentrale Stellplatzanlage entsteht ein weitgehend
autofreies Wohnumfeld. Das Gebiet wird über ein Nahwärmenetz
mit Blockheizkraftwerk und Holzhackschnitzelfeuerung versorgt.
Ein Konzept zur Regenwasserversickerung am Gebietsrand
über ein Mulden-Rigolen-System entlastet den Wasserhaushalt
beträchtlich.
Unter dem Motto "Im Team gemeinsam
Planen und Bauen" hat das Stadtplanungsamt einen
innovativen Ansatz in der Durchführung und Ausgestaltung
des Planungs- und Bauprozesses umgesetzt. Städtebauliche
Planung, Hochbauentwurf, Grün- und Erschließungskonzept
wurden von einem interdisziplinären Bauteam entwickelt,
mit dem Ziel einer verbesserten Qualitäts- und Kostenoptimierung
beginnend beim städtebaulichen Konzept bis zum Hochbaudetail.
Die Koordinierung des Projektes und die zentrale Oberbauleitung
oblag dem Stadtplanungsamt, das durch paralleles Vorgehen
der verschiedenen Fachbereiche erhebliche Kosteneinsparungen
erzielen konnte. Weitere Kostensenkungen wurden durch
einen hohen Vorfertigungsgrad, Kleinserien gleicher Bauteile,
gemeinsame Hausanschlüsse, kleine Grundstücksgrößen
und die zentrale Stellplatzanlage erreicht.
In einem städtebaulich optimierten
Umfeld sollten Eigenheime und Geschosswohnungen in Holzbauweise
entwickelt werden, die nicht nur kostengünstig, sondern
auch ressourcenschonend zu erstellen und zu betreiben
sind. Nach einem einleitenden Wettbewerb entwickelten
verschiedene Architekten gemeinsam mit regionalen Handwerkergemeinschaften
und Bauträgern verschiedene Bauformen und Gebäudetypen.
Eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und Nutzerbeteiligung
wurde schon in der Frühphase des Projektes gestartet.
Durch Projektmessen und Befragung potenzieller Käufer
wurde die Marktakzeptanz der verschiedenen Entwürfe
erhoben. Darunter waren auch Angebote von am Markt wenig
bekannten Haustypen wie "breit gelagerte" Reihenhäuser,
Gartenhofhäuser, Kettenhäuser oder "einseitige
Grenzbauten". Auf der Grundlage der Umfrageergebnisse
wurde dann die städtebauliche Rahmenplanung und der
Bebauungsplan für das Gebiet "Rißegger
Steige" aufgestellt sowie Grundstücke an die
verschiedenen Investoren verteilt. Die Bebauung des Gebietes
wurde 2002 fertiggestellt. Es entstanden insgesamt 106
Einfamilienhäuser in 14 Bautypen sowie 50 Geschosswohnungen.
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