| „Karlsruhe-Nordstadt“
Ein neuer Stadtteil entsteht
Durch den Zusammenschluss des Wohnungsbestandes
einer amerikanischen Siedlung aus den 50-er Jahren mit
der in den 20-er Jahren
entstandenen „Hardtwaldsiedlung“ entstand
der neue Karlsruher Stadtteil „Nordstadt“.
Die Nachverdichtung durch
Aufstockung und die neuen viergeschossigen Kopfbauten
schafften ein umfangreiches Wohnungsangebot.
Die Wohnungen der amerikanischen
Familien boten eine großzügige Wohnfläche
von 120-150 qm. Die gesamte Wohnungsanzahl konnte verdoppelt
werden, ohne zusätzliche
Flächen
zu versiegeln.
Vielfache Erfahrungen zeigen, dass
bei der Aufsiedelung neuer Nachbarschaften soziale Netzwerke
erst allmählich entstehen. Um diesen Prozess zu fördern
und das Zusammenwachsen der alten und neuen Nachbarschaften
zu einem intakten Stadtteil zu beschleunigen, bewarb sich
die Stadt Karlsruhe erfolgreich um die Aufnahme in das
Landesnetzwerk „Bürgerschaftliches Engagement
Baden-Württemberg“.
Durch einen frühzeitigen Dialog
zwischen Bürgerschaft, Bauträgern, Vereinen,
Verwaltung und Politik wurden die Probleme und Anliegen
der neuen und alten Bewohner des Stadtteils erfasst
und ausdiskutiert. Bürgerinnen
und Bürgern griffen eigenverantwortlich soziale, ökologische
und kulturelle Themen auf, organisieren Nachbarschaftsprojekte
und gestalten damit die Integration der Zuwanderer.
Auftaktveranstaltung war ein Stadtteiltag
mit einer Zukunftswerkstatt für Kinder und Erwachsene.
Regelmäßige Stadtteilkonferenzen sowie zahlreiche
Projekte engagierter Bürgerinnen und Bürger
folgten. Die vielfältigen Vorhaben der Bürgerschaft
werden durch eine zeitlich befristete Anlaufstelle
koordiniert und während des gesamten Prozesses
durch die Sozialplanung unterstützt und begleitet.
Die „Spielplatzgruppe“ plante
und gestaltete gemeinsam mit dem Gartenbauamt mehrere
Spielplätze.
Das „Nordstadt-Cafe“ entwickelte
sich zu einem wichtigen Kommunikationsort. Andere Gruppen
beschäftigen sich mit der Einrichtung eines Wochenmarktes,
erstellen die „Nordstadt-Zeitung“ oder unterhalten
ein Kinderbetreuungsprojekt. Das Engagement der Bürgerschaft
für das Gemeinwohl schafft soziale Netzwerke und
fördert die Identifikation mit dem Stadtteil: Eine
Stadtteilkultur beginnt zu wachsen.
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