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Nachkriegssiedlungen

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Die nachhaltige Sicherung und Entwicklung des Wohnungsbestandes der Nachkriegszeit kann einen wertvollen Beitrag zur Innenentwicklung leisten.

Nach dem zweiten Weltkrieg entstanden unter extremen Bedingungen neue Siedlungen, um Kriegsschäden und bestehende Wohnungsdefizite aus den 30er Jahren auszugleichen. Insbesondere die Vertriebenen aus den Ostgebieten brauchten massenhaft Wohnungen in kurzer Zeit. Rund ein Viertel des heutigen Wohnungsbestandes in Baden-Württemberg stammt aus dieser Zeit, die mit der Rezession von 1965/66 zu Ende ging.

Mit dem ersten Wohnungsbaugesetz wurde 1950 die Grundlage für eine umfassende Förderung des sozialen Wohnungsbaus geschaffen. In 6 Jahren wurden in der BRD 2 Millionen Wohnungen gebaut. Die durchschnittliche Wohnungsgröße lag 1953 bei 53,2qm, 1960 bei 68,5qm. Am Beginn überwog der Geschossbau. In den 60er Jahren erhielten die Kräfte des freien Marktes im "Gesetz über den Abbau der Wohnungszwangswirtschaft und über ein soziales Miet- und Wohnrecht" (1960) und das Wohnungsbauänderungsgesetz (1965) mehr Gewicht. Die Größe der Wohnungen und Zimmer nahm zu. Die Qualität des technischen Ausbaus und der bauphysikalischen Standards, der Wohnkomfort verbesserte sich sichtlich.

Bis heute sind diese Wohnungsbestände der Nachkriegszeit ein wichtiger Bestandteil der Wohnraumversorgung für weite Teile der Bevölkerung. Vor allem im Wohneigentum lebt noch die Erbauergeneration. Der Anteil der Hochaltrigen ist dort besonders hoch.

Immer problematischer wird der Abstand zwischen den Standards ihrer Entstehungszeit und den heutigen Ansprüchen des Wohnungsmarktes. Die soziale und ökonomische Sicherung dieser Siedlungen und ihre nachhaltige Entwicklung zu Wohnstandorten auch junger Haushalte wird angesichts der Alterung und Schrumpfung ihrer Bevölkerung immer dringlicher. Die Stadtentwicklung muss den Mehrbedarf an Flächen und die gestiegenen Anforderungen an Wohn- und Lebensqualität in den bestehenden Siedlungen erwirtschaften.

In den nächsten Jahren sollte die nachhaltige Sicherung und Entwicklung der Wohnungsbestände verstärkt verfolgt werden. Notwendig sind ganzheitliche Konzepte der marktgerechten Erneuerung des Wohnungsbestandes, Förderung junger Haushalte und nachhaltige Sicherung der Infrastruktur.

 

Nachverdichtung Bockelstraße,
Stuttgart-Heumaden

     
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Karlsruhe
     
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