| Wohninitiative "MiKA",
Karlsruhe-Nordstadt
Genossenschaftliche Umwandlung
von Militärgebäuden
Die „MiKa“ ist ein genossenschaftlich
organisiertes Wohnprojekt in der Karlsruher Nordstadt.
In vier, unter Denkmalschutz stehenden, ehemaligen Wehrmachtsgebäuden,
die zuletzt von den amerikanischen Truppen genutzt wurden,
entstanden insgesamt 86 sozial gebundene Wohnungen mit
Wohnflächen zwischen 50 und 200 qm. Anpassungsfähige
Grundrisse lassen unterschiedliche Wohnkonzepte zu und
sorgen für soziale Mischung: Es gibt Wohnungen für
kinderreiche Familien, Alleinerziehende, Singles, Behinderte
und generationenübergreifendes Wohnen. Rund ein Drittel
der Bewohner sind Migranten.
Beim Umbau der Gebäude wurden
Geld und Ressourcen durch Wiederverwendung und Wiedereinbau
vorhandener Materialien und Bauteile gespart. Die Umbaukosten
liegen bei etwa 1.000 DM pro qm Wohnfläche inklusive
aller Nebenkosten. Viele Arbeiten wurden in Selbsthilfe
erbracht.
Alle zwei Monate erscheint eine von
den Bewohnern selbst erstellte Zeitung. Viele Arbeiten
und Entscheidungen, beispielsweise die Vergabe von Wohnungen,
die sonst üblicherweise an eine Hausverwaltung delegiert
sind, werden eigenverantwortlich von den Hausgruppen übernommen.
Seit einiger Zeit können einmal wöchentlich
Grundnahrungsmittel aus ökologischem Anbau eingekauft
werden. Ein weiteres Ziel ist der Umbau eines fünften
Gebäudes zum Kultur- und Gemeinschaftshaus.
Das Wohnumfeld ist besonders gut für
Familien geeignet: Aus einigen Erdgeschosswohnungen führen
Treppen direkt in den Vorgarten, der gesamte Außenraum
steht den Bewohnern zur Verfügung. Außer den
Hausgärten haben die Bewohnerinnen und Bewohner einen
Spielplatz angelegt sowie 5000 qm Straßenflächen
entsiegelt und renaturiert. Die so gewonnen Außenflächen
werden als Treffpunkt und für Nachbarschaftsfeste
genutzt. Gemeinsam mit den Kindern gefertigte Figuren
am Straßenrand machen dem Autofahrer stets bewusst,
dass er sich in einem von vielen Kindern bewohnten - und
bespielten - Gebiet aufhält. Da die MieterInneninitiative
Karlsruhe Mitglied im örtlichen Carsharing-Verbund
ist, kann auf das eigene Auto verzichtet werden.
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