| "Domäne
Hochberg", Ravensburg
Das Auto bleibt draußen
Im Neubaugebiet "Domäne
Hochberg" in der Ravensburger Weststadt wird den
Bewohnern durch verkehrsvermeidende Planung das Umsteigen
auf Bus und Fahrrad erleichtert. Auf der Grundlage eines
städtebaulichen Wettbewerbs hat die Stadt Ravensburg
einen Bebauungsplan für das 22 Hektar große
Neubaugebiet mit ca. 710 Wohnungen für rund 1.700
Einwohner erstellt, der für das gesamte Quartier
eine autofreie innere Erschließung vorsieht.
Bereits bei der Auslobung des städtebaulichen
Wettbewerbs hat die Stadt großen Wert auf ein Konzept
gelegt, das dem zu erwartenden Verkehrsaufkommen auf umweltverträgliche
Weise Rechnung trägt. Dabei wurde die Minimierung
des Anteils motorisierten Individualverkehrs (MIV) am
Gesamtverkehr als zentrales Ziel formuliert. Dies wurde
durch eine sparsame innere Erschließung und die
Bedienung des Gebietes durch den Stadtbus im 15-Minuten-Takt
erreicht.
Sämtliche Fahrzeuge werden in
Quartiersgaragen und auf Sammelstellplätzen am Rande
des Wohngebiets abgestellt. Sie liegen nicht näher
zur Wohnung als die nächste Bushaltestelle. Den rund
960 Einwohnern im Gebiet stehen autofreie Wohnstraßen
mit großzügigen Frei- und Erholungsbereichen,
zwei Kinderspielplätze, eine Waldorfschule, zwei
Kindergärten und ein Jugendtreff zur Verfügung.
Durch ein benachbartes Gewerbegebiet wird die Nahversorgung
sichergestellt und Arbeitsplätze in direkter Nachbarschaft
zum Quartier geschaffen.
Nach den Erfahrungen der Stadt Ravensburg
empfiehlt es sich, schon zu Beginn der Planung die ökologischen
Ziele weit zu stecken und diese mit viel Engagement der
Bürgerschaft zu vermitteln. Verkehrsvermeidende Konzepte
und autofreie Quartiere werden dann angenommen, wenn sie
durch kurze Wege bis zur nächsten Haltestelle und
eine gut getaktete Anbindung an den Öffentlichen
Nahverkehr hohe Attraktivität bieten. Die Chancen,
die gesteckten Ziele einer autofreien Planung auch längerfristig
umzusetzen, sind dann sehr groß, wenn sie für
die Bewohner nachvollziehbar und nützlich sind, wenn
attraktive Grünflächen und Freibereiche, Fuß-
und Radwege sowie die Reduzierung des Verkehrslärms
von den Bewohnern als offensichtliche Qualitäten
wahrgenommen werden.
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