| "Filderstadt
fährt Rad"
Kampagne zur Förderung des
Radverkehrs
Seit 1996 erfolgt in Filderstadt im
Rahmen eines Modellprojekts eine breit angelegte Kampagne
zur Förderung des Radverkehrs. Neben kontinuierlichen
Verbesserungen der Radinfrastruktur wurde vor allem versucht,
das Image des Radfahrens zu heben, ein fahrradfreundliches
Klima zu schaffen und eine Verhaltensänderung bei
der Verkehrsmittelwahl zu erreichen. Zentraler Ansatzpunkt
der exemplarischen Kampagne sind der Berufs-, Einkaufs-
und Freizeitverkehr. Das Projekt erhielt beim Bundeswettbewerb
"Öffentlichkeitsarbeit für den Klimaschutz
in der Kommune" des Klima-Bündnisses eine Auszeichnung.
Die Projektleitung im "Radhaus Filderstadt",
bestehend aus Mitarbeitern der Stadtverwaltung, hat die
Themenschwerpunkte "Mit dem Rad zur Arbeit",
"Mit dem Rad zum Einkauf" und "Mit dem
Rad zur Freizeiteinrichtung" gesetzt. Über Plakate,
Folder, Presseberichte, Kinowerbung, Infostände bei
Veranstaltungen und das Internet werden die einzelnen
Themenschwerpunkte kommuniziert. Es wurden Radfahr-Routenkarten
an alle 20 000 Filderstädter Haushalte verteilt und
ein sogenanntes Scherbentelefon eingerichtet, mit dessen
Hilfe die Radwege nach entsprechenden Hinweisen der Nutzer
kurzfristig wieder instand gesetzt werden können.
Jährlich erscheint zur Eröffnung der Radsaison
ein Radkalender mit der Übersicht über Veranstaltungen
im laufenden Jahr.
Bei der Umsetzung des Themenschwerpunkts
"Mit dem Rad zur Arbeit" konnte als erster Modellbetrieb
die Stadtverwaltung mit ca. 650 Beschäftigten gewonnen
werden. Es wurden Wegstreckenentschädigungen bei
Dienstfahrten mit dem eigenen Rad eingeführt, Diensträder
beschafft, Radabstellanlagen erweitert und Betriebsausflüge
mit dem Fahrrad durchgeführt. Zudem wurden die größten
Arbeitgeber in Filderstadt angeschrieben und aufgefordert,
diesem Beispiel zu folgen. Vor Beginn der Kampagne wurde
eine Haushaltsumfrage durchgeführt, die die Potenziale
einer verstärkten Radnutzung besonders im Berufsverkehr
aufzeigte.
In enger Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel
und dem Bund der Selbstständigen wird der Themenschwerpunkt
„Einkaufen mit dem Rad“ umgesetzt. In über
150 Schaufenstern und an weiteren 150 Plakatständern
wurde für die Radnutzung beim Einkauf geworben. Der
Bund der Selbständigen führte eine Umfrage über
das Angebot an Abstellplätzen in Geschäftsnähe
durch. Beim Themenschwerpunkt „Mit dem Rad zur Freizeiteinrichtung“wurden
insbesondere die örtlichen Vereine, Schulen, Ausbildungs-
und Sportstätten angesprochen. Ziel ist, durch persönlichen
Kontakt zu den Organisationen die Infrastruktur zu optimieren.
Werbung innerhalb der Vereine, der Aufruf zur Radnutzung
bei Veranstaltungen und eine gute Infrastruktur sind wesentliche
Ansatzpunkte für die Radförderung in der Freizeit.
Eine jährlich stattfindende Radtour
mit dem Oberbürgermeister findet in den Sommerferien
großen Anklang. Mit Vorträgen in Schulen werden
im Rahmen von Projektwochen unterschiedlichste Aspekte
rund ums Rad thematisiert. In Zusammenarbeit mit Vereinen
wurden eine Radrouten-Mängelliste zusammengetragen,
ein Konzept zur Radwegebeschilderung erarbeitet Radtouren
durchgeführt. Ferner erfolgten überregionalen
Aktivitäten mit anderen Kommunen um einen Radwanderführer
Filder zu erstellen und das Radwegenetz aufeinander abzustimmen.
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