| Fußgängerkarte
Esslingen am Neckar
Auf Schusters Rappen
„ES geht“, diese Erfahrung
machten Bürgerschaft und Stadtplaner beim Pilotprojekt
„Fußgängerkarte Esslingen“. Vertreter
verschiedener Gruppen nahmen das Wegenetz der Stadt systematisch
unter die Lupe. Zuerst theoretisch in mehreren Informationsveranstaltungen
und danach praktisch, indem sie zu Fuß auf den Wegen
der Stadt viele Kilometer zurücklegten. Ziel des
Projektes ist es, die Lust auf das Zufußgehen zu
wecken und diese Art der Fortbewegung zu stärken.
Viele der täglichen Wege, die mit dem PKW zurückgelegt
werden, gehen über „Fußgängerentfernungen“
von maximal zwei Kilometern. Fährt man diese Kurzstrecken
mit dem Auto, entstehen deutlich mehr Schadstoffe als
bei normaler Betriebstemperatur. Wer zu Fuß geht,
nimmt Rücksicht auf die Umwelt, belebt die Städte,
trägt zur sozialen Kontrolle des öffentlichen
Raums bei und verschont Bewohner mit Autoabgasen und Verkehrslärm.
Erste Gedanken zur Thematik entstanden
im Rahmen der Esslinger Untersuchungen zur Verkehrsentwicklungsplanung
Anfang der 90er Jahre. Wie sich zeigte, ist das Ziel,
den Verkehr in der Stadt verträglicher zu gestalten,
nur über ein Umdenken aller Verkehrsteilnehmer zu
erreichen. Das Stadtplanungs- und Stadtmessungsamt entwickelte
daraufhin eine Kampagne, die das Zufußgehen fördert.
Zentraler Baustein ist die Erstellung einer Fußgängerkarte
für das gesamte Stadtgebiet. Das Land Baden-Württemberg
konnte für eine enge Zusammenarbeit gewonnen werden.
Federführend bei der Entwicklung
der Fußgängerkarte war das Stadtplanungs- und
Stadtmessungsamt. Von Beginn an war auch die Esslinger
Bürgerschaft an der Entwicklung der Fußgängerkarte
umfassend beteiligt. Zunächst informierte eine sogenannte
„Fußgängerakademie“ an mehreren
Abenden über das Thema. Anschließend lernten
die Teilnehmer, Fußwege zu untersuchen und zu dokumentieren.
Als Ergebnis dieser Zusammenarbeit entstanden eine Fülle
von Wegevorschlägen: Wege zur Arbeit, zum Einkaufen
und Spaziergänge. Ein zweiter wichtiger Ansatz war
die Erhebung von „mentalen Landkarten“ bei
zahlreichen Bewohnern verschiedener Stadtteile. Schließlich
wurde der Kartenentwurf noch aus planerischer Sicht und
mit klassifizierten Wanderwegen ergänzt. Die Füßgängerkarte
Esslingen ist beim Stadtplanungs- und Stadtmessungsamt
erhältlich.
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