| Integriertes
Verkehrsentwicklungskonzept Bretten
Reduzierung der negativen Auswirkungen
des Verkehrs
Die Stadt Bretten besitzt als Mittelzentrum
im Kraichgau mit rund 27.000 Einwohnern starke Verflechtungen
ins Umland. Die zentralörtliche Funktion, die räumliche
Verteilung der Einwohner auf neun Stadtteile und die Lage
der Stadt im Schnittpunkt dreier Bundesstraßen bringen
große Verkehrsmengen mit sich. Die zunehmenden Belastungen
durch den Kfz-Verkehr, insbesondere im Zentrum von Bretten,
waren Auslöser für ein integriertes Verkehrsentwicklungskonzept.
Ziel des Projektes war die Verbesserung der Lebensbedingungen
durch städtebauliche und verkehrliche Strategien
zur Reduzierung der negativen Auswirkungen des Verkehrs.
Es wurde eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen entwickelt,
die sich in ein übergeordnetes Zielsystem einordnen
und im Zusammenhang mit Konzepten zur Stadtsanierung,
Dorfentwicklung oder Gewerbeansiedlung stehen.
Für die Stärkung des ÖPNV
spielte das Projekt Stadtbahn Karlsruhe-Bretten eine zentrale
Rolle. Die Trasse der ehemaligen Kraichgaubahn erhielt
bis zum Jahr 2000 dreizehn Stationen mit geeigneten Zugängen,
viele davon wurden neu angelegt. Vom Stadtbahnknoten am
Brettener Hauptbahnhof verkehren jetzt vier Linien ins
Umland. Direkt am Bahnhof entstanden ein zentraler Omnibusbahnhof,
zwei Park+Ride-Anlagen, eine Fahrrad- und eine Taxi-Station.
Die Eröffnung der Stadtbahnlinie und die Neukonzeption
des Regionalbusverkehrs waren von einer professionellen
Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Gezielte Information
und Werbung haben die neuen ÖPNV-Angebote bekannt
gemacht und zahlreiche Autofahrer zum Umsteigen bewogen.
Durch die Einführung der Stadtbahnlinie nach Karlsruhe
und Angebotsverbesserungen im Regionalbusverkehr konnte
der Anteil des ÖPNV in kurzer Zeit deutlich gesteigert
werden.
Um den motorisierten Individualverkehr
(MIV) stadtverträglicher zu gestalten, wurden mehrere
Hauptverkehrsstraßen und Knotenpunkte umgebaut und
zahlreiche verkehrslenkende Maßnahmen umgesetzt.
In den Straßen und Gassen der Altstadt wurden flächendeckend
verkehrsberuhigte Bereiche und Tempo-30-Zonen eingeführt.
Die Bundesstraße 294 wurde im Altstadtbereich in
zwei Einbahnstraßen aufgeteilt, um Platz für
breitere Fußwege zu schaffen. Mit der Einrichtung
zentraler Stellplatzanlagen und Parkgaragen unmittelbar
am Altstadtrand wurde ein Parkraumbewirtschaftungskonzept
zur Neuordnung des ruhenden Verkehrs umgesetzt.
Zur Förderung des Radverkehrs
entwickelt die Stadt ein zusammenhängendes Radwegenetz
mit sicheren Verbindungen, das die einzelnen Ortsteile
untereinander und mit der Kernstadt und die wichtigsten
Ziele des Radverkehrs miteinander verbindet. Die Maßnahmen
für Fußgänger sind eng mit der Altstadtsanierung
und der Neugestaltung und Ausweitung der Fußgängerzone
verknüpft. Verbunden mit zahlreichen Projekten der
Stadtsanierung und Dorfentwicklung haben die Maßnahmen
des integrierten Verkehrsentwicklungskonzeptes nicht nur
zu spürbaren Verbesserungen der Verkehrsverhältnisse,
sondern auch zur Erhöhung der Lebensqualität
geführt. Nach Einschätzung der Brettener Bürgerinnen
und Bürger hat sich auch Stadtbild, Kulturangebot,
Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten sehr positiv
verändert.
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