| Burgholzhof
neuer Stadtteil durch Entwicklungsmaßnahme
In Baden-Württemberg entstanden
erste Konzepte zur Konversion von Militärflächen
durch Modellprojekte in Freiburg und
Karlsruhe. Der Burgholzhof ist eines der wichtigsten
Konversionsprojekte in der Region Stuttgart und gilt
als die größte
Niedrigenergiesiedlung im Land.
Die von den amerikanischen Streitkräften besetzten
Robinson-Barraks auf dem Burgholzhof wurden 1993 geräumt.
Für die Stadtentwicklung ergab sich damit in der
Zeit der Wohnungsnot die Chance, ein hochwertiges Wohngebiet
ohne zusätzlichen Flächenverbrauch zu entwickeln.
Das Instrument der Entwicklungsmaßnahme
nach
§ 165
ff BauGB gab der Stadt Stuttgart neue Möglichkeiten
in der Finanzierung und Umsetzung des Projekts. Im Rahmen
einer Entwicklungsmaßnahme
können die Gemeinden Grundstücke günstiger
als zum vorgeschriebenen Markwert erwerben, baureif machen
und zu einem höheren Verkehrswert wieder verkaufen.
Der Erlös der Baugrundstücke deckt die Kosten
für das Herrichten des Baulandes und kann zur
Erstellung der notwendigen technischen und sozialen Infrastruktur
verwendet werden.
Das 13,5 ha große Areal
liegt oberhalb des Pragsattels mit Blick in das Neckartal
und auf die Stadt Stuttgart. In verdichteter Bauweise
(GFZ von 0,8-1,6) entsteht das neue Wohnquartier mit
1150 Wohnungen und ca. 2700 Bewohnern. Zwei Drittel
der Wohnungen wurden frei, ein Drittel durch Fördermittel
aus verschiedenen Programmen finanziert.
Der städtebauliche
Entwurf von den Planern Parvanta und Wohnhaas mit Arthur
Mohl gliedert das Planungsgebiet in kompakte Einzelquartiere,
zwischen denen Grünzonen
und teilweise Spielplätze liegen. Die Wohnquartiere
und die Infrasruktureinrichtungen wurden entlang einer
zentralen Fußgängerachse angeordnet.
Der alte Gutshof mit Infrastruktureinrichtungen wie
Kindergarten, Bäcker und Sozialstation bildet die
soziale Mitte des Quartiers. Die hohe Identifikation
der Bewohner mit ihrem Stadtteil und ihr Engagement ist
unter anderem in Stadtteilfesten, einer Stadtteilzeitung
und einer eigenen Internetseite sichtbar.
Ökologisch gesehen stellt der
Burgholzhof durch sein Energiekonzept ein
vorbildhaftes Projekt zur Eindämmung des CO2-Ausstoßes
dar.
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