| "Scharnhauser
Park", Ostfildern
Wohnen und Arbeiten im Park
Die ehemalige US-Kaserne "Nellingen
Baracks" wird durch Umnutzung und Nachverdichtung
zu einem Quartier umgewandelt, das Wohnen, Arbeiten und
Freizeitgestaltung miteinander verbindet. Auf einem nach
Süden leicht abfallenden Gelände entstehen auf
140 Hektar Wohnungen für rund 9.000 Menschen sowie
2.500 Arbeitsplätze. Das Gelände des ehemaligen
königlichen Privatgestüts wurde im Zweiten Weltkrieg
ein Flugplatz eingerichtet. Nach dem Krieg belegten amerikanische
Truppen das Gelände, bis im November 1992 der Stützpunkt
aufgegeben wurde.
Der Scharnhauser Park ist ein kompakter
Siedlungskörper mit flächensparender Siedlungsstruktur.
Ein wichtiger städtebaulicher Grundsatz ist die Mischung
von Wohngebieten, Mischgebieten und Gewerbeflächen.
Wohnen und Arbeiten rücken im Scharnhauser Park näher
zusammen, Dienstleistungs- und Warenangebote befinden
sich direkt vor der Haustüre. Dennoch sind gute öffentliche
Verkehrsverbindungen aus dem Stadtteil in die Region wichtig
und werden auf Grundlage eines integrierten Verkehrskonzepts
gewährleistet.
Rückgrat der Verkehrsanbindung
ist die neu geschaffene Stadtbahnlinie in die Stuttgarter
Innenstadt mit drei Haltestellen im Scharnhauser Park.
Der Bereich zwischen Stadtbahnhaltestelle, Marktplatz,
Stadthaus, Kaufhaus, und Schulzentrum wird zum Stadtteilzentrum
entwickelt. Das städtebauliche Konzept nutzt die
landschaftlichen Gegebenheiten: Die Bebauung passt sich
in terrassenartigen Abschnitten dem Gelände an. Die
Alleen des ehemaligen Gestütshofs entstehen als Wegverbindungen
neu.
Der Stadtpark bildet das Rückgrat
des Quartiers. Er ist einen Kilometer lang, 40 Meter breit
und verbindet die einzelnen Bereiche des neuen Stadtteils
miteinander. Abgestuft in Terrassen bildet er eine "Landschaftstreppe"
mit freiem Blick auf die Schwäbische Alb. Ein 400
Meter langer und 40 Meter breiter Baumhain aus 175 blaublühenden
Paulownien liegt zwischen Kindergarten und Schulzentrum.
Im Herbst 2002 fand im Scharnhauser Park die Landesgartenschau
statt. Der Schaubereich lag auf künftigen Bauflächen
im Südwesten des Parks. Die Gartenanlagen werden
nun zu Hofbegrünungen, Bäume und Sträucher
werden in die Wohnstraßen verpflanzt, so entsteht
eine grüne, blühende Stadt.
Grundlage der Energieversorgung ist
ein zentrales Blockheizwerk mit Holzhackschnitzelmodul,
das alle Gebäude mit Nahwärme versorgt. Der
Südhang und die städtebauliche Struktur vereinfachen
die Nutzung von Sonnenenergie. Die Hanglage des Gebiets
ermöglicht eine oberirdische Regenwasserentsorgung
über Rinnen, Gräben und Versickerungsflächen.
Das Abbruchmaterial der ehemaligen Kasernengebäude
und der Erdaushub wurde für Geländemodellierung,
Straßen und Sportplätze wiederverwendet.
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