| Das
Quartier "Vauban" in Freiburg
Neue Wohnkonzepte auf einer städtischen
Militärbrache
Im Süden Freiburgs entsteht auf
dem Gelände der ehemaligen "Vauban-Kaserne"
ein neuer Stadtteil. Auf dem 38 ha großen Areal
wird bis zum Jahr 2006 Wohnraum für 5.000 Menschen
sowie 600 Arbeitsplätze entstehen. Von der Stadt
Freiburg wurde im Frühjahr 1995 eine "erweiterte
Bürgerbeteiligung" ins Leben gerufen. Offizieller
Träger des Bürgerbeteiligungsprozesses ist der
Verein "Forum Vauban e.V.", der für die
Dauer des Planungsprozesses von der Stadt Freiburg gefördert
wurde.
Unter maßgeblicher Beteiligung
des Forums bildeten sich rund 15 private Baugruppen von
jeweils 5-15 Familien. Aufgrund des großen Interesses
an ökologischen Themen informierte das Forum mit
Informationsbörsen, Exkursionen sowie anderen Veranstaltungen
über Themen rund um das ökologische Bauen. Elf
alte Kasernengebäude wurden erhalten und modernisiert.
Das Studentenwerk Freiburg hat in mehreren dieser Gebäude
Wohnraum für 600 Studentinnen und Studenten geschaffen,
weitere Gebäude wurden von der Siedlungsinitiative
"SUSI" ausgebaut. Ein Kasernengebäude wurde
zum selbstverwalteten Bürgerzentrum umgenutzt, das
allen Bewohnern des Quartiers für Veranstaltungen
und Nachbarschaftsaktionen offensteht.
Mit Hilfe externer Fachleute wurde
ein Maßnahmenkatalog für einen sozial-ökologischen
Modellstadtteil Vauban erarbeitet. Die Themen Verkehr,
Bauen, Energie, Natur in der Stadt, Wasser und Leben im
öffentlichen Raum wurden in Projektgruppen bearbeitet.
Viele Anregungen konnten in die offizielle Planung aufgenommen
werden oder wurden durch private Initiativen auf Teilflächen
umgesetzt. Der zweite Schwerpunkt der Arbeit bestand darin,
potentielle sowie neue Bewohnerinnen und Bewohner des
Stadtteils mit dem zweimonatlich erscheinenden Stadtteilmagazin
anzusprechen und in die Gemeinschaft zu integrieren.
Der Stadtteil Vauban wurde als deutscher
"Best Practice"-Beitrag für die UN-Weltsiedlungskonferenz
"Habitat II" in Istanbul ausgewählt. Im
Sommer 1997 wurde zudem das Projekt "Realisierung
des nachhaltigen Modellstadtteils Vauban" in das
LIFE-Programm der EU aufgenommen. Das LIFE-Projekt unterstützt
beispielhafte ökologische Maßnahmen in den
Bereichen Beratung, Energie, Verkehr und Bauen. Hierdurch
wurden die finanziellen Grundlagen für die einzelnen
Konzepte nachhaltigen Bauens und Wohnens geschaffen. Dies
gilt beispielsweise für das Projekt "Wohnen
ohne eigenes Auto" durch das ein spezielles "Mobilitätspaket
Vauban" entwickelt wurde.
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