| "Rheinlandkaserne
Ettlingen"
Konversionsmaßnahme Wohn-
und Gewerbepark
Die jahrzehntelange
militärische
Nutzung der "Rheinlandkaserne" (13 ha) hatte
eine kontinuierliche städtebauliche Entwicklung
in diesem Bereich verhindert. Neben der baulich-räumlichen,
grün-räumlichen und nutzungs- verträglichen
Integration in das Stadtgefüge Ettlingens musste
auch eine völlig neue Verkehrsanbindung und Vernetzung
geschaffen werden.
Im "historischen Bereich" wurden alle denkmalgeschützten
Gebäude für infrastrukturelle Verbesserungen
saniert und umgenutzt. Anlagen für kulturelle, soziale,
schulische, gesundheitliche und sportliche Zwecke sowie
eine große Anzahl von Dienstleistungseinrichtungen
und ein Forschungsinstitut haben den bisher unzugänglichen
ummauerten Bereich mit neuem Leben und mit Arbeitsplätzen
gefüllt. Die Gebäude werden über ein modernes
Blockheizkraftwerk mit Fernwärme versorgt.
Der nach Abbruch, Entsiegelung
und Altlastensanierung zu überplanende "Neubaubereich" erhielt
ein Bebauungs- und Nutzungskonzept unter dem Leitsatz "Wohnen
- Arbeiten - Freizeit". Hochwertige Gewerbebauten
an der Stadteinfahrt haben gleichzeitig Lärmschutzfunktion
für das Wohnen.
Auf eine angemessene Bebauungsdichte, auf einen hohen
Anteil an familien- und seniorengerechten Wohnbauten
verschiedener Typologien und auf ökologische Festsetzungen
wurde besonderer Wert gelegt.
Durch die Rasterstruktur der
Baufelder und das differenzierte öffentliche
Wegenetz entstanden eine gute Orientiermöglichkeit und
gute Verbindungen zwischen den öffentlichen, halböffentlichen
und privaten Grünflächen.
Vom großen grünen Festplatz
inmitten des historischen Bereichs, bis zu den Spazierwegen
in der offenen Feldlandschaft im Norden wurde durch den
gesamten Neubaubereich ein verkehrsfreier Grünkeil
geführt
und als Wohngebiets-Spiel-Park gestaltet. Innerhalb dieses
Grünzugs verläuft auch der naturnah gestaltete
Regenwassergraben, der die Dachwässer der angrenzenden
Grundstücke aufnimmt und einem Teich zuführt.
Für die Überplanung der angrenzenden Entwicklungsfläche
(FNP 2010) steht dann das "Ökokonto" zur
Verfügung, welches wegen der erheblichen Überkompensation
der Gesamtmaßnahme eingerichtet werden konnte.
Das Projekt wurde im Rahmen des Landeswettbewerbs "Eine
Zukunft für Wohnen und Arbeiten 2005" mit einem
3. Preis ausgezeichnet. |