| "Cité", Baden-Baden
Konversion des französischen Hauptquartiers
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Baden-Baden zum Standort des Oberkommandierenden der Französischen Streitkräfte in Deutschland. Die ehemalige Wehrmachtskaserne hieß nun Kaserne "Maréchal de Lattre de Tassigny". In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kaserne wurde von 1952 bis 1954 die Wohn- und Verwaltungssiedlung Cité auf einer Fläche von ca. 40 Hektar errichtet. Die Cité war in der Folgezeit eine autarke französische Siedlung für bis zu 8.000 Bewohner. Im Sommer 1999 verließ das französische Militär den Standort, im Februar 2000 wurden die Liegenschaften für nichtmilitärische Zwecke freigegeben. Die Entwicklungsgesellschaft "Cité mbH" erwarb die Kaserne und große Teile der Cité im Jahre 2001.
Der Wegzug der französischen Streitkräfte hat der Stadt vielfältige Zukunftschancen in ihrer städtebaulichen und wirtschaftlichen Entwicklung eröffnet. Durch die Konversion stehen in Baden-Baden neue Entwicklungsflächen in der Größenordnung von ca. 50 ha zur Verfügung. Rund 11 ha davon entfallen auf das ehemalige Hauptquartier der französischen Militärverwaltung, die sogenannte "Kaserne". Etwa 5 ha davon sollen für großflächige Einzelhandelsnutzungen, die Restfläche vorwiegend für Dienstleistungsbetriebe vorgesehen werden.
Ein 2000 und 2001 erstellter städtebaulicher Rahmenplan sieht eine Funktionsmischung von Wohn-, Arbeits- und Ausbildungsnutzung vor. Große Teile der Cité wurden im Rahmenplan zum Abbruch und zur Neubebauung mit Eigenheimen vorgesehen, da die Vermarktung der vorhandenen einfach ausgestatteten Wohnungen im Geschoßwohnungsbau nicht realisierbar war. Die "Kaserne" wurde für eine Fachmarktnutzung und für gewerbliche Nutzungen vorbehalten. In den Gebäuden des ehemaligen Gymnasiums am Wald konnte sich bereits die Europäische Medien- und Event-Akademie (Euraka) ansiedeln. In direkter Nachbarschaft zur Akademie haben sich bereits einige Firmen aus den IT- und Medienbranche angesiedelt.
Als erster großer Entwicklungsabschnitt wurde das Quartier "Paris" östlich der Hubertusstraße ausgewählt. Entwurfprägende Struktur für den Bereich Paris ist der durch historische Gebäude und den Grünbestand geprägte Keil mit den Generalsvillen, dem Maison Paris, der Ecole Paris und einigen ensembleprägenden, zu großzügigen Eigentumswohnungen umzubauenden Kasernengebäuden. Eine Quartiersmitte als "grünes Herz" ist im Bereich des Kinderspielplatzes und eines inneren Wegekreuzes vorgesehen.
Im Bereich der "Kaserne" ist ein großes Fachmarktzentrum mit einem SB-Warenhaus beabsichtigt. Außerdem werden Grundstücke für gewerbliche Nutzungen, insbesondere Büro- und Dienstleistungsnutzungen verkauft. Das Quartier "Bretagne" wird zukünftig als weiterer großer Entwicklungsabschnitt folgen. Das Quartier, das im Westen der Cité liegt, ist überwiegend zur Neubebauung vorgesehen.
|
|