| "Baur-Areal"/"ParkQuartier", Stuttgart-Berg
Rahmenplan zur Umstrukturierung
Im Stuttgarter Stadtteil Berg werden seit den letzten Jahren eine Vielzahl von Umnutzungsprojekten auf brachgefallenen Arealen geplant und durchgeführt. Die Neubebauung des "Baur-Areals" und der Abriss der Frauenklinik sowie grundlegende Veränderungen im Bereich des Mineralbades Berg und dem Park der Villa Berg zeigen die Größenordnung des Umstrukturierungsprozesses. Summiert die Zahl der Wohnbauvorhaben im Stadtteil, so wird in Berg neuer Wohnraum für voraussichtlich bis zu 870 Haushalte geschaffen. Die Stadt Stuttgart hat deshalb einen Rahmenplan erstellt, der die Einzelmaßnahmen in einen städtebaulichen Zusammenhang bringt und in ein tragfähiges Gesamtkonzept münden lässt.
Nach der lnsolvenz eines Karosseriewerks hat die Gemeinnützige Stiftung gegen Obdachlosigkeit und Wohnungsnot "Nestwerk" im Frühjahr 2004 das ca. 1 ha große "Baur-Areal" am Mühlkanal erworben und eine Gesamtkonzeption für eine Neuüberbauung erstellt. Auf der Grundlage des Konzeptes von "Nestwerk" wurde von der Stadt Stuttgart ein Bebauungsplan erstellt. Dieser sieht zwei Gebäudezeilen parallel zur Poststrasse vor mit Kopfbauten im Norden und Süden. Zwischen den Zeilen ist ein länglicher Platz mit Wasserspielen geplant. Oberhalb der bestehenden Dorflinde führen öffentliche Wege und Steigen zum Stadtteil Berg und zum Park der Villa Berg. Die alte Baur-Fabrikationshalle im Norden, das "Krokodil", wird zu Lofts umgebaut. Die Einrichtung eines Ladens, eines Marktes und einer Kneipe ist angedacht. Verschiedene Nutzer- und Bewohnergruppen sollen hier heimisch werden: junge Familien, Wohngemeinschaften 50+, Behinderte, Studenten, Künstler etc.
Nach Abriss der verschiedenen Hallen und Betriebsgebäude wurde 2004/05 der erste Bauabschnitt mit 109 Wohnungen realisiert. Im Mai 2005 fungierte das Viertel als temporäres Künstlerdorf für 165 Künstler des Stuttgarter Festivals "Theater der Welt". 87 Wohnungen entstehen entlang der Poststraße und Am Mühlkanal in jeweils dreistöckigen Gebäuden mit begrüntem Dachgeschoss. Im Endausbau werden im neuen "Mühlenviertel" ca. 200 Wohnungen bereitstehen.
Die Frauenklinik Berg, zu der auch ein Schwesternwohnheim gehörte, hat im Frühjahr 2004 ihren Betrieb eingestellt. Die LEG Baden-Württemberg und die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) haben das Gelände erworben. An dieser Stelle entsteht nun ein neues Wohngebiet, das "ParkQuartier" Berg. Auf dem 1,5 Hektar großen Gelände werden insgesamt rund 200 Eigentumswohnungen gebaut, verteilt auf 16 Gebäude. Im ersten Bauabschnitt werden vier fünfgeschossige Gebäude entlang der Oberen Straße und der Karl-Schurz-Straße errichtet und ein Punkthaus mit sieben Geschossen an die Stelle des ehemaligen Schwesternwohnheims gesetzt.
|
|