| Schlossquell-Areal, Heidelberg-Bergheim
Umnutzung eines Brauereigeländes
Auf dem freigeräumten Areal einer ausgelagerten Brauerei in Heidelberg-Bergheim ist eine Anlage für verdichtetes, innerstädtisches Wohnen entstanden. Das städtebauliche Konzept reagiert auf die umgebende Bestandsbebauung und sorgt mit einer gestuften Abfolge von privaten, halböffentlichen und öffentlichen Freiräumen für eine hohe Aufenthaltsqualität im Innenbereich. Den Kern der Anlage bildet das historische Ensemble der Heidelberger Schlossquell-Brauerei. Das ehemalige Brauhaus wurde gemäß den Erfordernissen eines Industriedenkmals erhalten und zu einem Hotel umgebaut.
Wohnungen unterschiedlicher Größe, sowohl Geschosswohnungen als auch Maisonetten, wurden entlang der Alten Eppelheimer Straße untergebracht. Die Variabilität an Wohnungstypen gewährleistet eine Durchmischung der Altersstruktur, die grünen Wohnhöfe laden Kinder zum Spielen ein. Private Garten- und Balkonbereiche vervollständigen das Gesamtbild. Im Erdgeschoss befinden sich kleine Einheiten für Büro- oder Praxisräume. Die Stadthäuser in den Wohnhöfen spiegeln die in der Umgebung übliche Hinterhofbebauung wieder. Sie verfügen über größere private Freiflächen und sind somit vor allem für Familien geeignet. Ein viergeschossiges Büro- und Geschäftsgebäude gewährleistet die Nutzungsmischung des Quartiers und stärkt den Dienstleistungsschwerpunkt Bergheim.
Die Häuser fügen sich maßstäblich in das bestehende Wohnquartier ein. Es entsteht ein homogener Quartiersblock. Der Charakter des Blockes wird durch die Übernahme des städtischen Wegenetzes aus der Umgebung und seine Umsetzung in den Wohnbereichen verstärkt. Wege, Plätze und öffentliche Freiräume schließen an das Vorhandene an. Die Erschließung des Innenhofs und der Hauseingänge findet ausschließlich über Fußwege statt. Der individuelle KFZ-Verkehr wird in die Tiefgarage geleitet. Vorhandene Bäume sind in das Gesamtkonzept einbezogen worden und konnten erhalten werden.
Neben den privat zugeordneten Freiflächen der Wohnbebauung und den intensiv genutzten Dachgärten der Häuser ist es gelungen, unter zwei hohen alten Platanen einen öffentlich nutzbaren Garten auf dem Grundstück des Hotels zu gestalten. Die intensiv begrünten Tiefgaragenflächen, die knapp die Hälfte der 2.500qm Außenanlagen ausmachen, konnten durch eine ausgeklügelte Höhenstaffelung der Gärten und Pflanzflächen intensiv bepflanzt werden. Die Bewässerung erfolgt über gesammeltes Niederschlagswasser. Damit wird ein Beitrag zum ressourcenschonenden Umgang mit Trinkwasser geleistet und werden günstige mikroklimatische Verhältnisse erreicht.
Durch die Umstrukturierung, Nachverdichtung mit Wohnungen und die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze wurde hier der Zersiedelung der Stadt entgegen gewirkt. Bereits in den frühen Planungsphasen sind Anwohner und Interessierte über ein ein Bürgerbeteiligungsmodell in das Planungsgeschehen eingebunden worden. Eine flächenschonende Bebauung durch hohe Baudichten wurde mit einer Grundflächenzahl von 0,4 (0,67 mit der Tiefgarage) erreicht. Die Geschossflächenzahl beträgt 1,95. Neben 109 PKW Stellplätzen wurden auch 202 Abstellplätze für Fahrräder, davon 130 in der Tiefgarage und 72 in den Außenanlagen geschaffen.
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