| Wohngebiet
Leimgrube, Tettnang
Ökologisches Regenwassermanagement
Die Planung des Wohngebiets
Leimgrube nahe der Tettnanger Innenstadt zeichnet sich
durch eine ökologisch
und ökonomisch effiziente Gebietsentwicklung aus.
Der
1. Bauabschnitt des 11,5 ha großen Areals ist fertiggestellt,
der 2. Abschnitt wird zur Zeit bearbeitet.
In Tettnang wurde erstmals in einem
Baugebiet eine Regenwasserversickerung eingeführt.
Die Entwässerung
ist als modifiziertes Mischsystem konzipiert. Das Regenwasser
wird über
ein Netz von Mulden auf privatem Grund geführt,
in Retentionsflächen im öffentlichen Grün
zurückgehalten und teilweise versickert. Das System
der Oberflächenwasserbewirtschaftung führt
zu einer Einsparung von ca. 10% der betreffenden Kosten
je Wohneinheit. Weitere Spareffekte durch geringere zusätzliche
Belastung der Sammler, verringerte Kapazität der
Regenrückhaltebecken sind gegeben und erkennbar.
Nach anfänglichen Problemen und einigen Streitigkeiten,
weil Anwohner sich nicht an Auflagen hielten, ist das
System nach Auskunft der Stadtverwaltung inzwischen akzeptiert.
Die Anwohner identifizieren sich mit dem neuen System.
Die Mulden und Retentionsflächen, jeweils mit speziellen
Pflanzgeboten, sind in die Grüngestaltung integriert.
Die Mulden werden nach erstmaliger Herstellung durch
die Stadt von den Anwohnern gepflegt.
Bei der städtebaulichen
Planung des Gebietes wurde auf Klimafaktoren
entsprechend dem Landschaftsplan Rücksicht genommen.
Gliedernde Grünzäsuren
verflechten das Baugebiet mit der angrenzenden Landschaft
und durchlüften das Gebiet. Die Ortsränder
sind landschaftsgerecht ausgebildet. Der naturschutzrechtliche
Ausgleich konnte innerhalb des Gebiets realisiert werden.
Eine effiziente Erschließung führte zu reduzierten
Erschließungskosten. Die Verkehrswege sind klar
nach Funktionen abgestuft und ihr Anteil am Bruttobauland
ist niedrig. Trotz höherwertiger Gestaltung sind
die relativen Kosten mit herkömmlichen Baugebieten
vergleichbar bzw. sogar etwas niedriger. Auch die Leitungsnetze
konnten optimiert und kostengünstig hergestellt
werden.
Neben den ökologischen Zielsetzungen
wurde eine hohe Wohn- und Aufenthaltsqualität
durch die raumbildenden Gebäudegruppierungen
mit verschiedenen Wohnformen, einem kleinen zentralen
Quartiersplatz und durch angerartige Höfe an den
Stichstraßen erreicht.
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