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Gewässerschutz

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Integriertes Rheinprogramm - IRP
Gewässerschutz am Oberrhein

Durch die Begradigung und den Ausbau der Staustufen am Oberrhein zwischen Märkt und Iffezheim sind über die vergangenen Jahrzehnte hinweg natürliche Auen und damit Überflutungsflächen verloren gegangen. Dies hat dazu geführt, daß der Ausbauquerschnitt des Rheins unterhalb von Iffezheim nicht mehr ausreicht, um ein statistisch alle 200 Jahre auftretendes großes Hochwasser schadlos abzuleiten. Es besteht bei einem solchen Ereignis die akute Gefahr der Überströmung von Dämmen und von Dammbrüchen. Der Schaden für das Hinterland wäre beträchtlich.

Das Integrierte Rheinprogramm ist ein Projekt des Landes Baden-Württemberg und geht auf eine vertragliche Vereinbarung zwischen der Republik Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland zurück. Um die Hochwassergefahr zu reduzieren, sollen Flächen, die vor dem Staustufenbau noch überflutet waren, wieder zurückgewonnen werden. Ziel ist es, diese Bereiche wieder für den Hochwasserschutz zu aktivieren und die Entwicklung naturnaher Auen zu bewirken.

Dazu werden in den nächsten Jahren 13 Hochwasserrückhalteräume (Polder) geschaffen und die Oberrheinaue wird weitestgehend erhalten bzw. wiederhergestellt. Durch Dammrückverlegungen stehen dem Rhein wieder natürliche Überflutungsflächen zur Verfügung. Er kann an diesen Stellen wieder ungehindert über seine Ufer treten.

Polder werden bei erhöhten, in international festgelegten Betriebsanweisungen genau festgelegten Rheinabflüssen über Einlassbauwerke geflutet. Der Flutungsvorgang wird so gesteuert, dass Rheinwasser den Polder in ständiger Bewegung durchfließt und zeitlich verzögert durch das Auslassbauwerk wieder zurück in den Rhein strömt.

Die Rheinschanzinsel bei Phillipsburg ist einer dieser Polder. Über ein kombiniertes Ein- und Auslassbauwerk wird bei einem Hochwassereinsatz ein genau abgegrenzter Bereich geflutet. Mehrere erhöhte Stellen innerhalb des Flutungsbereichs dienen dem Wild als Rettungsflächen im Falle einer Flutung. Im Bereich des Kernkraftwerkes sowie in den Siedlungsgebieten werden Maßnahmen zur Verhinderung verstärkten Grundwasseranstiegs getroffen.

Die Rheinschanzinsel stellt einen wertvollen Lebensraum für viele andernorts in ihrem Bestand bedrohte Pflanzen und Tiere dar. Damit die naturschutzfachliche Bedeutung der Insel durch die seltenen, ca. alle 20 Jahre auftretenden Flutungen nicht beeinträchtigt wird, sind regelmäßige, in Abhängigkeit von den Rheinwasserständen auftretende flache Flutungen des Grabensystems und der besonders tiefliegenden Teile der Insel erforderlich.

Durch diese "ökologischen Flutungen" wird die Tier und Pflanzenwelt an die Überflutungsverhältnisse bei Hochwasserrückhaltung angepasst. Zukünftig wird die Nutzung auf der Insel extensiviert, wodurch sich auch die Möglichkeiten zur stillen, naturbezogenen Naherholung erheblich verbessern.

 

 

 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
  Kontakt:
Gewässerdirektion Neckar, Geschäftsstelle IKoNE
E-mail: poststellegwdlr.gwd.bwl.de
Internet: www.4gwd.de