| Sanierungsgebiet
"See", Güglingen
Planungsrechtliche Festsetzungen
zur Bodenentsiegelung
Die Stadt Güglingen verfolgt
mit dem Grundsatz "Sanierung vor Erschließung"
seit langem das Ziel, die Attraktivität der Kernstadt
und des zentrumsnahen Wohnens zu verbessern. Flächenrecycling
und sparsamer Umgang mit der Ressource Boden werden als
wirksame Instrumente eingesetzt, um den hohen Siedlungsdruck
aufzufangen und die Ausweisung von Neubaugebieten gering
zu halten. Die Erfahrungen in Güglingen zeigen, dass
die positiven Aspekte städtebaulicher Erneuerung
und eine konsequent verwirklichte Durchgrünung der
Kernstadt die Identifikation der Bewohner mit ihrer Stadt
und ihrem Wohngebiet festigen.
Beim Sanierungsgebiet "See"
handelt es sich um ein ehemals gewerblich genutztes, fast
vollständig versiegeltes Areal in zentraler Lage.
Die Stadt Güglingen hat nach Aufgabe der Produktion
das Gelände von privater Hand erworben, um ein ökologisches
Wohngebiet zu entwickeln. Nach Abbruch der alten Lager-,
Fabrik- und Verwaltungsgebäude wurden umfassende
Bodensanierungen durchgeführt und die vorhandenen
Altlasten entsorgt. Im Rahmen der parallel laufenden Ortskernsanierung
wurde das Gebiet als Wohngebiet ausgewiesen.
Das Gebiet wird seit Mitte 1993 bebaut
und zeichnet sich durch planungsrechtliche Festsetzungen
zur Bodenentsiegelung aus. Mit Ausnahme der öffentlichen
Flächen für den Fahrverkehr sind keine geschlossen
versiegelten Freiflächen zulässig. Sämtliche
öffentlichen und privaten Fußwege sowie sonstige
Freiflächen, private Zufahrten und Stellplätze
wurden mit versickerungsfähigen Pflasterbelägen
auf wasserdurchlässigem Unterbau ausgeführt.
Flächen, die nicht für die Erschließung
in Anspruch genommen werden, und die nicht überbauten
Abschnitte von Tiefgaragendecken werden mit einer Erdüberdeckung
versehen, mit Bäumen, Sträuchern und Stauden
bepflanzt und ins Gelände entwässert.
Begleitend zum Bebauungsplan wurde ein Grünordnungsplan erstellt, der Baumstandorte und die Anlage von Grünflächen verbindlich festlegt und die Verwendendung heimischer Bäume und Sträucher empfiehlt. Die Grünflächen sind so zueinander angeordnet, daß eine zusammenhängende, innerstädtische Begrünung entsteht. Die Dachentwässerung der Gebäude erfolgt in einen als Regenwassersammler neu angelegten See. Im zentralen Bereich des Baugebietes werden flach geneigte Dächer extensiv begrünt. Grauwasserkreisläufe und Regenwassernutzung erhalten eine Förderung der Stadt. Durch offene Bauweise und zusammenhängende Begrünung entsteht eine Oase für Kleinlebewesen, Vögel und Insekten. |
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