| Grünguthackschnitzel-Heizwerk,
Güglingen
Nahwärmeversorgung mit Schnittgut
Eine grundlegende Voraussetzung für den Einsatz von
Kraft-Wärme-Kopplung und die Verwendung regenerativer
Energieträger ist die Wärmeversorgung vieler
Abnehmer von einer gemeinsamen Heizzentrale aus. Ein Nahwärmenetz
kann mit zahlreichen verschiedenen Energieträgern
betrieben werden und ist daher wesentlich flexibler und
zukunftsoffener als eine Wärmeversorgung mit Einzelheizungen.
Im Rahmen der Erschließung des Baugebiets "Herrenäcker-Baumpfad"
gelang es der Stadt Güglingen, alle Grundstückseigner
von den Vorzügen einer Nahwärmeversorgung mit
dem Energieträger Holz zu überzeugen.
Holz zählt zu den erneuerbaren
Energieträgern. Beim Verbrennen von Holz wird genau
die Menge CO2 wieder freigesetzt, wie während des
Wachstums der Atmosphäre entzogen wurde. Moderne
Holzfeuerungen sind weder unkomfortabel noch ökologisch
bedenklich: Da Holzkessel heute eine gute Regelbarkeit
aufweisen, unterschreiten sie die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte
auch bei Stickoxiden, Kohlenmonoxid und Staub. Eine Hauptbezugsquelle
für den Brennstoff Holz ist die Forstwirtschaft.
Früher wurde Schwach- und Derbholz aus dem Wald als
sogenannte "Holzhackschnitzel" an die Zellstoffindustrie
verkauft. Durch den vermehrten Einsatz von Altpapier in
der Papierbranche verschlechterten sich jedoch die Absatzmöglichkeiten
in den letzten Jahren. Die Stadt Güglingen verwendet
sogenannte "Grünguthackschnitzel", die
beim kommunalen und privaten Baum- und Heckenschnitt anfallen.
Die Nahwärmeversorgung in Güglingen
umfasst in der ersten Baustufe einen Kindergarten, 12
Einfamilienhäuser und 20 Mehrfamilienhäuser,
im Endausbau soll noch ein weiteres Baugebiet mit 85 Gebäuden
angeschlossen werden. Die Anlage wurde so konzipiert,
dass ein stetiger Betrieb gewährleistet ist. Der
Holzkessel deckt etwa 80% des Wärmeverbrauchs und
rund 30 bis 40% der Wärmeleistung. Ein zusätzlicher
Spitzenkessel deckt die Wärmebedarfsspitzen im Winter.
Durch den Einsatz des nachwachsenden Energieträgers
Holz werden in Güglingen 900 MWh pro Jahr an fossilen
Brennstoffen eingespart, was 100.000 Liter Heizöl
entspricht. Daraus ergibt sich eine CO2-Reduzierung von
300 t pro Jahr, was in etwa dem Ausstoß von 50 Einfamilienhäusern
entspricht.
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