| Nahwärme
Brigachschiene, Donaueschingen
Nahwärmeversorgung mit Prozessabwärme
Im Stadtzentrum Donaueschingens sind große Mengen
an Wärmeenergie in Form von Prozessabwärme einer
ortsansässigen Brauerei verfügbar, die praktisch
ohne weitere Freisetzung von klimaschädlichen Gasen
genutzt werden können. Vor diesem Hintergrund wurden
umfangreiche Energiestudien angestellt, die alle Energieströme
innerhalb der Brauerei analysiert haben und dabei das
unmittelbare Umfeld der Brauerei, den Stadtkern von Donaueschingen,
in die Betrachtungen miteinbezogen.
Auf Grundlage der Untersuchungen wurde
nachgewiesen, dass bei Einspeisung der Prozessabwärme
aus der Brauerei in ein Nahwärmenetz die Gesamtwirtschaftlichkeit
der brauereiseitigen Energieversorgung erhöht und
der Primärenergieeinsatz im Stadtgebiet deutlich
verringert werden kann. Neben der wirtschaftlichen Komponente
trägt diese Konzeption vor allem erheblich zur Reduzierung
der Schadstoffemissionen bei. So kommt zu einer deutlichen
Verbesserung des "Mikroklimas" im Stadtkern
durch Wegfall der Emissionen aus Einzelfeuerungen im unmittelbaren
Lebensumfeld der Bürger.
Die private Betreibergesellschaft
"Nahwärmeversorgung Brigachschiene GmbH &
Co. KG" wurde zur Umsetzung des Energieversorgungskonzeptes
gegründet. Sie übernimmt die Heizwärme
an einer Übergabestation aus der Brauerei und leitet
diese an die Wärmekunden in direkter Nachbarschaft
der Brauerei über ein Nahwärmenetz weiter. Die
Gesellschaft ist verantwortlich für Ausbau, Vermarktung,
Betrieb und Wärmelieferung. Mehrere Straßenzüge
in Donaueschingen und ein Neubaugebiet sind bereits an
die Nahwärmeversorgung angeschlossen (Abb. 1-4).
Über eine kleine Wärmeübergabestation im
Keller wird die Wärme beim Endkunden eingespeist
(Abb. 5). Sie ersetzt Heizkessel, Schornstein und Brennstofflager.
Der Primärenergieeinsatz im Stadtkern
Donaueschingen einschließlich des Bedarfs der Brauerei
ist mittlerweile rückläufig. Dies ist zum einen
auf die konsequente Nutzung der Brauereiabwärme zurückzuführen,
zum anderen ist der verbesserte Gesamtnutzungsgrad der
eingesetzten Primärenergie auf den zusätzlichen
Anschluss eines Blockheizkraftwerks (BHKW) an das Nahwärmenetz
zurückzuführen (Abb. 6). Gegenüber einer
getrennten Strom- und Wärmeversorgung muss bei Kraft-Wärme-Kopplung
ca. 24% weniger Primärenergie eingesetzt werden,
um Brauerei und Stadtkern mit Strom und Wärme zu
versorgen.
Die Stadt Donaueschingen hat sich
mit ihrer Mitgliedschaft im Klimabündnis und im Rahmen
der Festlegung kommunaler Umweltqualitätsziele zu
umfangreichen Anstrengungen beim Klimaschutz verpflichtet.
Mit der Nahwärmeversorgung "Brigachschiene"
werden energiepolitische, ökologische und wirtschaftliche
Aspekte beispielgebend umgesetzt, hier in Kooperation
eines Wirtschaftsunternehmens mit einem örtlichen
Energieversorger. Im Endausbau wird der CO2-Schadstoffausstoß
um ca. 13.100 t/a reduziert werden können, entsprechend
einer angestrebten Absenkung von ca. 60%.
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