Energiekonzept
Hüfingen
Klimastabilisierende Politik
einer Kleinstadt
Was auch eine kleine Stadt zur Klimastabilisierung beitragen
kann, zeigt das Beispiel Hüfingen: Die Stadt mit
7.600 Einwohnern hat bereits ihr fünftes Nahwärmenetz
in Betrieb. Eine stillgelegte Wasserkraftanlage wurde
reaktiviert, eine weitere ist 1999 in Betrieb gegangen.
Auf Hüfinger Gemarkung drehen sich seit 1990 die
Flügel eine Schwachwindanlage, damals eine der ersten
größeren Windkraftanlagen in Baden-Württemberg.
Eine zweite Windkraftanlage mit 1.500 kW Leistung wurde
2001 in Betrieb genommen. Eine ganze Reihe umweltfreundlicher
Bauprojekte, wie beispielsweise „ökologische
Niedrigenergie-Reihenhäuser“ und eine „Solare
Kleinsiedlung“, die nahezu ausschließlich
mit Solarenergie versorgt wird, wurden errichtet. Weitere
ökologische Musterhausprojekte und eine „Nullenergie-Reihenhauszeile“
sind derzeit in Planung. Für ihre zahlreichen Aktivitäten
auf dem Energiesektor erhielt die Stadt, die auch Mitglied
im Klimabündnis ist, bereits im Jahre 1993 den Umweltpreis
des Landes Baden-Württemberg.
Hüfingen hat eigene Stadtwerke, die die Kernstadt
mit Strom, Wasser und Wärme versorgen. Den Anstoß
zum Einstieg in die stadteigene Kraft-Wärme-Kopplung
gab 1990 die Installation eines Blockheizkraftwerks in
der gemeinsamen Heizzentrale von Schulzentrum und Hallenbad.
Schon bei dessen Planung wurde erkannt, daß für
die gesamte Stadt ein Energiekonzept notwendig ist, um
einer langfristigen klimafreundlichen Energiepolitik Vorschub
zu leisten. Dieses Energiekonzept wurde 1992 fertiggestellt
und ist Grundlage für die künftigen Aktivitäten
der Stadt Hüfingen auf dem Energiesektor.
Die Nutzung erneuerbarer Energien begann in Hüfingen
1990 mit der „Pionierwindmühle Auenberg“.
Mit dem Holz-Heizwerk „Bleichewiese“,das seit
1997 Wärme erzeugt, tat die Stadt Hüfingen einen
weiteren Schritt in Richtung einer Energieversorgung mit
erneuerbaren Energieträgern. Durch Förderung
seitens der Stadt gibt es zudem inzwischen über 18
kW Leistung aus privaten Solarstromanlagen. Aus Deponiegasen,
die in einer Mülldeponie des Schwarzwald-Baar-Kreises
auf der Gemarkung Hüfingen anfallen, werden in einem
Blockkraftwerk jährlich rund 1 Mio. kWh Strom erzeugt.
Auch das Klärgas aus dem Hüfinger Schmutzwasser
wird in einer gemeinsamen KläranIage der umliegenden
Städte verstromt. Zwei Biogasanlagen sind bereits
im Bau, weitere sind geplant. Neben den genannten Maßnahmen
hat die Stadt noch zahlreiche weitere Aktivitäten
zum sparsamen Umgang mit Energie und zur CO2- Reduktion
initiiert, wie beispielsweise Aktionen für Stromsparlampen,
regelmäßige Veröffentlichungen über
stromsparende Haushaltsgeräte und die Umstellung
der Straßenbeleuchtung.
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