| EXPO-Modellprojekt
"Im Sonnenfeld" in Ulm
Das Passivhaus und sein Weg zur
Marktreife
Die Stadt Ulm erstellte als "dezentrales
ökologisches Modellprojekt" im Rahmen der Weltausstellung
"EXPO 2000" Deutschlands bis dahin größte
Passivhaussiedlung mit 110 Wohneinheiten. Regional und
überregional tätige Investoren und Bauträger
erbrachten den Nachweis, dass dieses Gebäudekonzept
markttauglich ist. Standort für das Projekt ist das
Gebiet "Im Sonnenfeld", der westliche Teil des
Ulmer "Neuen Eselsbergs", einem ehemaligen "Wohnungsbauschwerpunkt"
des Landes Baden-Württemberg. Das bereits in den
50-er Jahren entstandene Wohngebiet "Eselsberg"
wurde in den späten 80-er und frühen 90-er Jahren
erweitert und verfügt über Kindergärten,
Schulen, Versorgungseinrichtungen und eine gute Anbindung
an den Öffentlichen Nahverkehr.
Mit der Entwicklung des Baugebietes
waren eine ganze Reihe umweltpolitischer Zielsetzungen
der Stadt verknüpft. Das Projekt versteht sich als
Maßnahme zum Klimaschutz durch konsequente Minderung
des CO2-Ausstoßes. Dies ist eine Verpflichtung,
die die Stadt Ulm durch den Beitritt zum "Klimabündnis"
manifestiert hat. Drüber hinaus stellt das Projekt
einen wesentlichen Baustein zur Umsetzung des "Kommunalen
Energiekonzeptes Ulm" dar, das Energieeinsparung,
rationelle Energieerzeugung und verstärkte Nutzung
regenerativer Energieträger zum Schwerpunkt hat.
Im Vordergrund stand, eine breite Akzeptanz der Passivhaus-Technologie
zu schaffen. Eine breite Palette verschiedener Bauweisen
sowie unterschiedlicher Wärmeversorgungs- und Haustechnikkonzepte
wurde umgesetzt und Passivhaus-Know-How in die Region
Ulm transferiert.
Die Grundstücke befanden sich
ausnahmslos im Besitz der Stadt Ulm. Ein Änderungsverfahren
zum bestehenden Bebauungsplan definierte zusätzliche
Ausnahmen zur Optimierung der Gebäudestellungen und
zur Sicherstellung gegenseitiger Verschattungsfreiheit.
Zur verfahrensrechtlichen Umsetzung wurde ein Bewerbungsverfahren
durchgeführt, bei dem Investoren oder Bauherrengemeinschaften
gemeinsam mit Architekten Projektskizzen zur Vergabe von
Baugrundstücken einreichen konnten. Als technische
Vorgabe wurde der maximale Jahresheizwärmebedarf
auf 15 kWh/qm·a festgelegt. Vor dem Hintergrund,
Direktheizungen mit Strom auszuschließen, wurde
zudem eine Gesamtenergiekennziffer vorgegeben. Zur Einhaltung
der Passivhauskriterien wurde eine zivilrechtliche Verknüpfung
mit der Grundstücksveräußerung vorgenommen.
Eine Vertragserfüllungsbürgschaft sicherte die
Einhaltung der definierten inhaltlichen und zeitlichen
Vorgaben zur Fertigstellung. Von Juni bis September 2000
konnte sich die Passivhaussiedlung als dezentrales Modellprojekt
der EXPO 2000 präsentieren.
Informationsbroschüre (Pdf-Datei,
524 kB)
|
|