| Büro-Passivhaus
"EnerGon", Ulm
Weltweit größtes Bürogebäude
im Passivhaus-Standard
Bereits mit der Passivhaus-Siedlung
"Im Sonnenfeld" hat sich die Stadt Ulm einen
Namen als heimliche "Passivhaus-Hauptstadt"
gemacht. Nun ist in Ulm ist das weltweit größte
Passivhausbürogebäude mit rund 7.000 qm Bürofläche
errichtet worden. Das fünfgeschossige, sehr kompakte
Bürogebäude für bis zu 420 Arbeitsplätze
besitzt einen dreieckigen Grundriss mit räumlich
gekrümmter Fassade und einem glasüberdachten
Atrium, das als Verteiler der Frischluft dient. Auf dem
Dach des Gebäudes und einer benachbarten Parkgarage
ist eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von insgesamt
150 kW(p) installiert. Als Nutzer des Gebäudes sind
vornehmlich Firmen der Dienstleistungs- und Software-Branche
vorgesehen.
Die typischen Merkmale des hier umgesetzten
Passivhauskonzeptes sind die lückenlos hochwärmegedämmte
und luftdichte Gebäudehülle mit Dämmstärken
bis zu 50 cm, das mechanische Lüftungssystem mit
Wärmerückgewinnung und Erdreichwärmetauscher
sowie die Dreifach-Wärmeschutzverglasung. Zudem kommen
40 bis zu 100 Meter tiefe Erdsonden, energetisch optimierte
Glasflächen mit lichtlenkendem Sonnenschutz und tageslichtabhängige
Bürobeleuchtung zum Einsatz. Die sommerliche Kühlung
erfolgt durch Rohrsysteme in den Geschossdecken, der sogenannten
Betonkernaktivierung, in Verbindung mit den Erdwärmesonden
über einen Wasserkreislauf. Die Deckung des Restwärmebedarfs
für das gesamte Gebäude erfolgt über einen
Nahwärmeanschluss mit 185 kW Leistung. Die Verteilung
der Heizwärme erfolgt über die Heizkreise der
Betonkernaktivierung und die zentrale Zuluftnacherhitzung.
Die Bauwerkskosten des EnerGon entsprechen
mit 1.400 €/qm denen eines gewöhnlichen Bürogebäudes
mittleren Standards in Deutschland. Mit etwa 72 MWh/a
liegt der errechnete Heizwärmebedarf des Gebäudes
rund 87% unter den zulässigen Standards konventioneller
Bauart. Hier werden erhebliche Kosteneinsparungen bei
der Bewirtschaftung des Gebäudes erreicht
Gefördert wurde das Bauwerk von
der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, dem Wirtschaftsministerium
Baden-Württemberg, der Stadt Ulm und der Kreditanstalt
für Wiederaufbau. Die wissenschaftliche Begleitung
der ersten Betriebsjahre wird im Auftrag des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Technologie durch das Steinbeis-Transferzentrum
Ulm durchgeführt. Im Rahmen des Förderprogramms
"SolarBau" wird über die ersten beiden
Jahre ein Monitoring mit mehr als 200 Messpunkten durchgeführt.
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