Solarsiedlung
"Am Schlierberg", Freiburg
Das Wohngebäude als dauerhafte
Energiequelle
Die Solarsiedlung "Am Schlierberg" versteht
sich als Pilotprojekt für zukunftsweisendes Bauen
und Wohnen. Ein außergewöhnlich guter Wärmeschutz
und eine aktive Lüftung mit Wärmerückgewinnung
reduzieren den Energiebedarf der Gebäude auf ein
Minimum. Die Häuser am Schlierberg sollen mit einer
Energiemenge auskommen, die einem Liter Öl pro Quadratmeter
entspricht. "Plusenergie" bedeutet, dass die
Photovoltaikanlagen der Gebäude mehr Energie ins
Netz einspeisen als die Häuser an fossilen Energien
verbrauchen. Im ersten Bauabschnitt werden 50 Plusenergiehäuser
mit "Solarkraftwerken" und einer Gesamtleistung
von 330 kWh erstellt.
Die Gebäude sind in Zeilen nach Süden ausgerichtet
und mit großen, hoch wärmegedämmten Fenstern
ausgestattet. Nach dem Prinzip der passiven Solarnutzung
hilft die tiefstehende Sonne im Winter beim Heizen, im
Sommer wird das Gebäude durch Balkone und Dachüberstand
verschattet. Im Süden liegen die Wohnräume,
im Norden Küche und Nebenräume als Wärmepuffer.
Die thermische Gebäudehülle ist entsprechend
der hohen Anforderungen des Passivhausstandards besonders
winddicht ausgeführt und sehr gut gedämmt. Über
eine geregelte Lüftungsanlage wird die im Innern
der Gebäude verbrauchte Luft nach außen geleitet.
In einem Wärmetauscher transferiert die Abluft ihre
Wärme an die von außen zugeführte Frischluft.
Ein Vierpersonenhaushalt wird nach Berechnungen des Bauträgers
auf 140 qm Wohnfläche etwa 1.300 kWh Heizenergie
pro Jahr verbrauchen. Dies entspricht rund 130 Litern
Heizöl. Die Wärme wird je zur Hälfte von
Solarkollektoren und einem Blockheizkraftwerk erzeugt,
das mit Biomasse befeuert wird. Die Solarstromanlagen
auf den Dächern der Siedlung erzeugen insgesamt 800
kW elektrische Leistung. Durch das "Erneuerbare-Energien-Gesetz"
(EEG) wird das "Plusenergiehaus" zur dauerhaften
Einnahmequelle. Seit dem 1. April 2000 in Kraft, regelt
es die Abnahme und Vergütung von Strom, der ausschließlich
aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird. Es verpflichtet
alle Energieversorgungsunternehmen, die Netze für
die allgemeine Stromversorgung betreiben, Anlagen zur
Erzeugung von Strom aus Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik,
Biomasse und Geothermie an ihr Netz anzuschließen
und den angebotenen Strom aus diesen Anlagen vorrangig
abzunehmen. Eine besonders hohe Vergütung erhält
Strom aus Photovoltaikanlagen.
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