Passivhaus
„Wohnen und Arbeiten“, Freiburg-Vauban
Ökologisches Bauen in der
Gruppe
Die Baugruppe "Wohnen & Arbeiten" hat sich
zusammengefunden, um auf dem Vauban-Areal in Freiburg
ein ökologisches Mustergebäude zu bauen. Die
Wohnungseigentümergemeinschaft besteht aus 16 Bauherren,
die insgesamt 20 Wohneinheiten und mehrere Gemeinschaftsbüros
erstellt haben. Eines der grundlegenden Ziele in diesem
Hausprojekt ist es, Wohnen und Arbeiten durch ein gelungenes
Nebeneinander von Wohn- und Büronutzung zu verbinden.
Die Wohnnutzung reicht vom Singlehaushalt über Familienhaushalte
und Wohngemeinschaften bis zu einem privaten Künstleratelier.
Das Projekt wird von der „Deutschen Bundesstiftung
Umwelt“ gefördert und von mehreren Instituten
wissenschaftlich begleitet.
Das Gebäude wurde in einer einfachen und wirtschaftlichen
„Schottenbauweise“ errichtet. Das Tragwerk,
die Gebäudehülle und die Installationen wurden
von Baubetrieben als kostengünstiger Mindeststandard
eines „bewohnbaren Rohbaus“ erstellt. Der
weitere Ausbau konnte in Eigenleistung vorgenommen werden.
Mit vereinheitlichten Ausbaustandards wurden für
einzelne Bereiche bei entsprechenden Stückzahlen
Kostenersparnisse erzielt und die Montagezeiten deutlich
verkürzt.
Der Baukörper mit nord- und südseitig vorgestellten
Laubengängen und Balkonen erhielt eine lückenlose
Wärmedämmung, die den hohen Anforderungen des
Passivhausstandards entspricht. Durch großzügige
Verglasungen auf der Südseite werden hohe solare
Wärmegewinne und eine gute Versorgung der Innenräume
mit Tageslicht gewährleistet. Verschattungselemente
bieten einen wirksamen Schutz vor sommerlicher Überhitzung.
Um die Lüftungswärmeverluste zu reduzieren,
wurde eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
eingebaut, die einen konstanten und exakt steuerbaren
Luftwechsel garantiert. Der Wärmebedarf wird größtenteils
über die solare Strahlung und über interne Wärmequellen
gedeckt.
Unter Berücksichtigung baubiologischer und sozialer
Belange wurde ein integriertes Energie-, Abfall- und Sanitärkonzept
erstellt und umgesetzt. Eine auf dem Dach montierte Solaranlage
liefert mit 50 qm Kollektorfläche einen Energiebeitrag
von 35% bezogen auf den Gesamtenergiebedarf. In den Monaten
April bis September ist sogar eine 100-prozentige solare
Deckung des Warmwasserbedarfs möglich. Die Deckung
des Restwärmebedarf erfolgt über ein erdgasbetriebenen
Blockheizkraftwerk.
|