„Einsparkraftwerk“
Staudinger Gesamtschule
Klimaschutz als Kapitalanlage
Die Meinung, dass uns Klimaschutz teuer kommt, ist so
falsch wie weit verbreitet. Regenerative Energiequellen
werden bei steigenden Energiepreisen und sinkenden Kosten
für effiziente Technologien immer wirtschaftlicher.
Rund 30 % des Energiebedarfs in öffentlichen Gebäuden
und im Gewerbe ließe sich ohne zusätzliche
Kosten einsparen. Klimaschutz kann in vielen Fällen
sogar eine interessante Kapitalanlage darstellen. Dies
beweist das über „Bürgercontracting“
finanzierte Pilotprojekt an der Staudinger Gesamtschule
in Freiburg eindrucksvoll. Die „ECO-Watt“
Gesellschaft warb über stille Beteiligungen Kapital
bei der Freiburger Bürgerschaft ein und investierte
dieses Kapital in Einspartechnologien am Schulgebäude.
Mit den erzielten Ersparnissen bei den Energiekosten
wird das eingesetzte Kapital über acht Jahre hinweg
verzinst und an die Anteilseigner zurückbezahlt.
Bereits nach einem Jahr Laufzeit wurde sowohl ein gutes
finanzielles Ergebnis als auch große Erfolge bei
der Energieeinsparung und Bewusstseinsbildung erreicht.
Das Projekt zeigt auch, dass kommunaler Klimaschutz für
die regionale Wirtschaft von Vorteil ist: Alle Maßnahmen
wurden durch kleine und mittelständische Betriebe
durchgeführt, über die Hälfte der getätigten
Investitionen entfällt auf Arbeitslöhne. So
werden Strom- und Ölimporte durch innovative Technologien
und Arbeitskraft ersetzt. Dies führt sowohl zu zusätzlicher
Beschäftigung als auch zur Stärkung der Kaufkraft
und des regionalen Wirtschaftskreislaufs.
Nach Einbau der neuen Energietechnik wurde im Oktober
1999 das „Einsparkraftwerk“ Staudinger Gesamtschule
offiziell eingeweiht. Die Energiesparmaßnahmen an
der Staudinger Gesamtschule führten zu einer Reduktion
der CO2-Emissionen von über 300 Tonnen pro Jahr.
Unter der vorsichtigen Annahme, dass die Nutzungsdauer
der neu installierten Anlagen im Durchschnitt 18 Jahre
beträgt, errechnet sich über diesen Zeitraum
für die Stadt Freiburg ein wirtschaftlicher Vorteil
von über einer Mio. DM.
Nach den guten Erfahrungen mit dem Pilotprojekt an der
Staudinger Gesamtschule sind derzeit weitere Projekte
in Vorbereitung. Dabei wird sich der Schwerpunkt der Maßnahmen
aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen etwas
verlagern. Seit Frühjahr 2000 ist das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“
(EEG) in Kraft, das zusammen mit einer günstigen
Kreditfinanzierung über das „100.000- Dächer-
Programm“ eine breitere Anwendung insbesondere der
Photovoltaik fördert. Deshalb wird bei zukünftigen
Projekten der solare Anteil deutlich erhöht werden.
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