| Sanierung eines Einfamilienhauses
zum "Drei-Liter-Haus"
Energie und Wasser mehrfach
nutzen
Das Projekt zeigt eine gelungene
Bestandssanierung nach ökologischen
Gesichtspunkten und im finanziellen Rahmen eines Neubaus.
Das Wohngebäude wurde in Massivbauweise
ohne spezielle Dämmung 1955 in Weingarten
erbaut. Ursprünglich
wurde mit Holzöfen, ab den 70er-Jahren mit Öl
geheizt. Bei der Sanierung wurde die
Heiztechnik auf ein integriertes Wärmepumpen-Heizsystem
mit zentraler Lüftungsfunktion
sowie mit Wärmerückgewinnung umgestellt. Hierbei
wird mittels Außenluft und der Restwärme des
Zu-/Abluft-Wärmetauschers des Lüftungssystems
das Brauchwasser sowie das Heizwasser erwärmt. Als "Abgas" wird
im Kellerbereich abgekühlte Luft ausgeblasen. Der
beschädigte Schornstein wurde abgerissen. Vor dem
Wärmetauscher des Lüftungssystems ist im Garten
ein etwa 30 m langer Erdwärmetauscher in ca. 2m
Tiefe bei konstant 6-8°C installiert, der die eingesaugte
Zuluft im Winter vorwärmt und im Sommer abkühlt.
Unter Beteiligung der Sägezahn Architektur und
Holzbau GmbH aus dem Deggenhausertal wurde die Sanierung
durchgeführt. Unter anderem wurden einige Innenwände
abgebrochen, so dass ein großzügiger Wohnbereich
im Erdgeschoss geschaffen wurde. Die aus statischen Gründen
notwendigen Abstützungen konnten als Schächte
für die neuen Wasser-, Heizungs- und Lüftungsrohre
genutzt werden.
Im Keller erfolgte der Einbau
einer Grauwasser-Recycling-Anlage, die insbesondere
Bade- und Duschwasser zur Toilettenspülung
aufbereitet. Auf Grund der sehr langen Verweildauer des
Grauwassers in der Anlage und mit Hilfe einer Abluftöffnung
des Lüftungssystems im Kellerraum wird die Wärmeenergie
des Grauwassers (durchschnittlich bis 23kWh/m3) zu einem
erheblichen Teil für das Heizsystem nutzbar.
Ein Vollwärmeschutz des Gebäudes
wurde mit neuen Fenstern und ökologischen Dämmstoffen
erlangt. Für die 20cm dicke Dachisolation wurden
Altpapierschnipsel und für die 16cm dicke Fassadenisolation
wurden neuartige Holzweichfaserplatten verwendet. Derzeit
weist das Gebäude einen Jahresprimärenergiebedarf
nach EnEV von Q´´P = 61,4 kWh/m2a auf, was
etwa einem "3-Liter-Haus" entspricht. Mit etwa
1.700 Euro/qm-Wohnfläche liegen die Kosten für
Kauf und Sanierung im Durchschnitt der Kosten von Neubauten.
Die Nutzungskosten werden deutlich unter dem Durchschnitt
von Neubauten liegen.
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