| Sanierungskonzept
Bonhoeffer-/Goerdelerstraße,
Karlsruhe
Neue Wege in der Energieeinsparung
Eine
große Anzahl von Gebäuden
aus den sechziger und siebziger Jahren stehen vor einer
grundlegenden Modernisierung ihrer technischen Anlagen.
Die Sanierung der drei Hochhausanlagen aus den sechziger
Jahren in der Bonhoeffer- und Goerdelerstraße
in Karlsruhe wurde von der Volkswohnung GmbH betreut.
Sie ist ein beispielhaftes Projekt für
eine energetische Bestandserneuerung, bei der durch eine
sinnvolle Kombination von verschiedenen Maßnahmen
bis zu 42% der ursprünglich
verbrauchten Energie eingespart werden konnten.
Das Sanierungs-
und Modernisierungskonzept sieht in erster Linie die
Minimierung des Heizwärmebedarfs
durch eine Verbesserung des Wärmeschutzes vor.
Durch die neue Wärmedämmung an den Fassaden
entspricht der Energieverbrauch dem Niedrigenergiehaus-Standard. Das gesamte
Erscheinungsbild der Baukörper wurde architektonisch
verbessert und das Wohnumfeld durch die neue Gestaltung
der Grünanlagen aufgewertet.
Durch die Modernisierung der
Heizungsanlage und das neue Blockheizkraftwerk kann
eine effiziente Energieversorgung gewährleistet werden.
In die Blendrahmen
der neuen Fenster wurden regulierbare, zugfreie und
sturmsichere Zuluftventilatoren für
die Versorgung mit Frischluft eingebaut. Der Energieverlust über
die Fenster kann somit minimiert werden. Mit dem Einbau
der individuell steuerbaren Lüftung
kann der Nutzer den eigenen Energieverbrauch beeinflussen.
Moderne Regelungstechniken wie diese sind bei
Sanierungen im Mehrfamilienhausbau ansonsten selten
zu finden.
Das Projekt ist in das Forschungsprojekt "EnSan" (Energetische
Verbesserung der Bausubstanz) eingebunden.
Das Fraunhofer Institut für Systemtechnik
und Innovationsforschung führt über drei
Jahre die wissenschaftliche Begleitung des Projektes
durch. Der Erfolg baulicher und technischer Sanierung
hängt maßgeblich
vom Verhalten der Nutzer ab. Es wird untersucht,
in welchem Maße die Möglichkeit der
individuellen Regulierung und Messung des Energieverbrauchs
das Nutzerverhalten positiv beeinflußt. Der
Vergleich mit zwei konventionell durchgeführten
Sanierungen wird angestrebt.
Weitere Beteiligte
des Projektes sind: Klima-Schutz-
und Energieagentur BW Gmbh (KEA) in
Karlsruhe, die Fachhochschule Karlsruhe mit dem Fachbereich
Baubetrieb und das Ingenieurbüro EBÖK GbR aus
Tübingen.
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