| Hochhaussanierung
in Freiburg
Umfassende energetische Modernisierung
In Freiburg wurden zwei baugleiche
neunstöckige Hochhäuser aus den 60er Jahren
mit je 48 Wohneinheiten umfassend saniert und energetisch
modernisiert. Der energetische Standard der in Plattenbauweise
erstellten Gebäude entsprach vor der Sanierung der
in den 60er Jahren üblichen Bauweise. Die Fassaden
besaßen keinerlei Dämmung und die Balkone wirkten
aufgrund auskragender Deckenplatten als Wärmebrücken.
Im Zuge der Sanierung wurden die Fassaden mit 12 cm Mineralwolle
gedämmt und an Ost- und Westfassade mit neuen Zementfaserplatten
verkleidet. Die Balkone wurden geschosshoch mit öffenbaren
Verglasungen umschlossen und befinden sich nun komplett
innerhalb der thermischen Hülle. Dadurch wurde vor
allem auch der Schallschutz der Wohngebäude hin zur
benachbarten Hauptverkehrsstraße verbessert.
Die geschlossenen Südfassaden
wurden mit einer gebäudehohen Photovoltaikanlage
versehen. Vor einen ebenfalls verbesserten Wärmeschutz
wurden Solarmodule mit multikristallinen Solarzellen gehängt.
Die Leistung der installierten PV-Anlagen beträgt
auf einer Fassadenfläche von 230 qm insgesamt 27
Kilowatt (kWp). Damit können ca. 18.800 Kilowattstunden
pro Jahr erzeugt werden. Das ist in etwa 25 % weniger,
als mit einer optimal nach Süden im Winkel von ca.
30° geneigten Solaranlage erzielt werden würde.
Die solare Stromerzeugung entspricht ca. 13 % des Stromverbrauches
in den Gebäuden.
Auf einem der Gebäudedächer
wurde eine solarthermische Anlage installiert, die rund
28 % des gemeinsamen Wärmebedarfs für die Wohnanlge
deckt. Die sanierten Häuser erreichen nach der Modernisierung
einen Standard, der die „Niedrigenergieverordnung“
der Stadt Freiburg erfüllt und selbst den Standard
für Neubauten in der zur Umbauzeit gültigen
WSV 1995 unterschreitet. Die Heizenergieersparnis entspricht
ca. 94,4 Tonnen pro Jahr.
Die Renovierung der Fassaden und die
Verbesserung von Wärme- und Schalldämmung hat
die Wohnqualität in den beiden Gebäuden deutlich
erhöht. Darüber hinaus setzte die Integration
der Photovoltaikelemente in die vorgehängte, hinterlüftete
Fassade einen besonderen Akzent bei der Fassadengestaltung.
Auf die beiden Flachdächer wurden zurückgesetzte
Penthäuser mit umlaufenden Dachterrassen und einem
markanten Dachüberstand aufgesetzt.
Die Sanierung führte neben einer
verbesserten Energiebilanz auch zu einer insgesamt höheren
Attraktivität der Wohnungen. Vorher unansehnliche
Plattenbauten wurden in attraktive Wohngebäude auf
hohem technischen Standard umgewandelt. Für die mustergültige
Sanierung wurde das Projekt mit dem "Sonderpreis
Photovoltaik" des "Deutschen Fassadenpreises
2002" für vorgehängte hinterlüftete
Fassaden ausgezeichnet.
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