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Nach einer lang anhaltenden Phase der Entvölkerung zentraler Wohnquartiere und der Flucht in Neubaugebiete an den Rändern und im Umland der Städte werden die Qualitäten städtebaulich eingebundener Wohnstandorte heute wieder zunehmend geschätzt und nachgefragt. Schon Mitte der 80er Jahre haben ganz unterschiedliche Bevölkerungsgruppen die Innenstädte als attraktive Wohnstandorte wiederentdeckt und eine Entwicklung ausgelöst, die heute mit dem Begriff der „neuen Urbanität“ beschrieben wird. Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Lebensstilen suchen heute eine Wohnung oder ein Haus in innerstädtischen Lagen mit historisch gewachsenem, identitätsstiftendem Umfeld, mit kurzen Wegen zu Versorgungs-, Kultur- und Bildungsangeboten, mit einem breiten Angebot an öffentlichen Einrichtungen und einer intakten Infrastruktur.
Die Beliebtheit, der sich zentrale Wohnlagen mittlerweile wieder erfreuen, wurde von einer Reihe unterschiedlicher gesellschaftlicher Faktoren ausgelöst: Der Strukturwandel in der Wirtschaft zog grundlegende Veränderungen in der Arbeitswelt nach sich. Umweltbewusstsein und neue Erkenntnisse im Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz sowie neue Verkehrsberuhigungs- und Mobilitätskonzepte führten zur Entlastung und Aufwertung der Innenstädte. Die in vielen Städten erfolgreich durchgeführte Stadtsanierungen, die in Baden-Württemberg durch das Landessanierungsprogramm (LSP) und verschiedene Bund-Länder-Programme gefördert werden, haben den Wohnwert der Innenstädte deutlich erhöht.
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