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Neuer Schwerpunkt: Innenentwicklung

 

Nur in wenigen europäischen Ländern ist seit Ende des zweiten Weltkriegs so viel Landschaft "verbraucht" worden wie in Deutschland. Als "Landschaftsverbrauch" bzw. "Flächenverbrauch" bezeichnet man die Umwandlung von vormals naturnahen, land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen zu Siedlungs- und Verkehrsflächen.

Die wirkungsvolle Eindämmung der weiteren Versiegelung und Zerschneidung der Landschaft zählt zu den wichtigen Handlungsfeldern der Landespolitik in den kommenden Jahren. Denn nach wie vor ist der tägliche Flächenverbrauch mit über 10 Hektar allein in Baden-Württemberg viel zu hoch. Zwar ist dieser Wert im Jahr 2004 zwischenzeitlich auf 8,8 Hektar gefallen, doch geht das Statistische Landesamt wieder von einem Anstieg auf über 10 Hektar für 2005 und 2006 aus. Damit wird im Land jeden Tag eine Fläche von rund 13 Fußballfeldern „verbraucht“. Im Bundesgebiet liegt der Flächenverbrauch durch Siedlungs- und Verkehrsflächen bei derzeit knapp 100 ha pro Tag.

Das Leitbild der Innenentwicklung
Dem Auswuchern von Siedlungen und dem Verlust von Landschaft und Fläche steht das Leitbild der „Innenentwicklung“ entgegen. Eine konsequente Innenentwicklung vermeidet die weitere Entwicklung der Siedlungen nach „außen“ und zielt auf eine bauliche Entwicklung der innerörtlichen, bereits besiedelten und infrastrukturell erschlossenen Bereiche ab.

Bereits auf der UN-Stadtkonferenz Habitat II in Istanbul 1996 wurde das Leitbild der "kompakten Stadt" formuliert, um dem wachsenden Landschaftsverbrauch der Städte entgegenzuwirken. Dennoch ist seitdem die Flächeninanspruchnahme in Deutschland weiter gestiegen. Das Wachstum der Siedlungs- und Verkehrsfläche verlief dabei wesentlich stürmischer als der Anstieg der Bevölkerungszahlen. Ursache dafür ist der Anstieg der Wohnfläche pro Person von ca. 14 qm im Jahre 1950 auf heute über 40 qm. Gleichzeitig vollzog sich eine Verkleinerung der durchschnittlichen Haushaltsgröße von 3 Personen im Jahre 1950 auf heute 2,1 Personen je Haushalt.

>> weiter: Auswirkungen der demographischen Entwicklung und ökonomische Vorteile der Innenentwicklung

 

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